Mehrgewerke CAD für Handwerker: ein Programm für alle Gewerke
Ein Elektrobetrieb zeichnet Schaltpläne. Ein Tiefbauer plant Leitungsgräben. Ein Schreiner rechnet Korpuszuschnitte. Drei Gewerke, und in den meisten Werkstätten drei verschiedene Programme mit drei Lizenzen, drei Bedienlogiken und drei Cloud-Konten. Ich baue seit Jahren Pläne über Gewerkegrenzen hinweg, und dieses Werkzeug-Chaos kostet real Zeit und Geld. Eine Mehrgewerke CAD löst das anders: ein Programm, ein Datenformat, alle Gewerke auf demselben Rechner. In diesem Artikel zeige ich, was das konkret bedeutet, wo die Grenzen liegen und für wen sich der Umstieg 2026 rechnet. Wenn Sie direkt starten wollen, können Sie Diaz Editor herunterladen und offline ausprobieren.
Das Problem: jedes Gewerk sein eigenes Tool
Der klassische Weg im Handwerk ist historisch gewachsen. Der Elektriker kauft ein Elektro-CAD, weil es die IEC-60617-Symbolbibliothek mitbringt. Der Tiefbauer nutzt ein GWW-Programm mit Regelwerken für Verharding und Leitungstrassen. Der Schreiner arbeitet mit einem Möbelplaner, der Zuschnittlisten ausgibt. Jedes Tool ist für sich sinnvoll. Zusammen entsteht ein teures Flickwerk.
Die Kosten sieht man selten auf einer Rechnung. Sie verstecken sich im Alltag. Drei Abos summieren sich schnell auf mehrere hundert Euro pro Monat. Jeder Mitarbeiter braucht Schulung auf jeder Oberfläche. Und der Datenaustausch zwischen den Programmen ist die eigentliche Bremse: Was der Elektriker als DXF exportiert, muss der Tiefbauer neu einlesen, prüfen und oft von Hand nachziehen.
Dazu kommt die Cloud-Frage. Viele moderne CAD-Anbieter setzen auf ein Abo-Modell mit Server-Zwang. Ohne Internet kein Zugriff auf die eigenen Zeichnungen. Auf der Baustelle im Neubaugebiet ohne Empfang ist das ein echtes Risiko. Eine Mehrgewerke CAD, die offline läuft, nimmt diese Abhängigkeit heraus. Die Dateien liegen lokal, die Arbeit geht weiter, egal ob das Netz steht.
Ein oft unterschätzter Posten ist die Einarbeitung. Jedes Programm hat eigene Kürzel, eigene Menüs, eine eigene Logik. Ein neuer Mitarbeiter muss drei davon lernen, bevor er im ganzen Betrieb einsetzbar ist. Rechnet man pro Tool ein paar Tage Einarbeitung, geht schnell eine ganze Arbeitswoche verloren. Auf einer gemeinsamen Oberfläche fällt dieser Aufwand nur einmal an.
Für kleine Betriebe wiegt ein weiterer Punkt schwer: die Verwaltung. Wer drei Verträge, drei Rechnungen und drei Support-Kanäle jonglieren muss, verliert Übersicht. Ein einziges Werkzeug reduziert diese Last auf einen Bruchteil.
Was eine Mehrgewerke CAD wirklich können muss
Bevor ich zur Lösung komme, ein ehrlicher Blick auf die Anforderung. "Alles in einem" klingt gut, wird aber oft zur eierlegenden Wollmilchsau, die nichts richtig kann. Eine brauchbare Mehrgewerke CAD braucht drei Eigenschaften, sonst ist sie nur Marketing.
Erstens: getrennte, saubere Fachlogik pro Gewerk. Ein Schaltplan folgt anderen Regeln als ein Möbelkorpus. Das Programm muss beide Denkweisen abbilden, nicht eine generische Zeichenfläche für alles anbieten. Bei Diaz Editor sind das zwei echte Arbeitsflächen: eine knoten-basierte 3D-Umgebung für Elektro- und Tiefbau-Planung mit Karten-Hintergrund, und eine eigenständige 2D-Zeichenfläche für Schreiner- und Detailarbeit. Beide teilen die Bedienlogik, aber jede kennt ihr Fach.
Zweitens: ein gemeinsames, offenes Austauschformat. DXF ist im Handwerk der kleinste gemeinsame Nenner. Jedes Gewerk muss verlustfrei importieren und exportieren können, auch im Zusammenspiel mit externen Büros. Für die Elektroplanung offline habe ich das im Detail beschrieben, und dieselbe DXF-Basis trägt auch das Schreiner-Modul.
Drittens: keine Cloud-Pflicht. Ein Handwerksprogramm gehört auf den eigenen Rechner. Updates ja, Zwangsserver nein. Die Norm DIN 18015 für Elektroinstallationen und die Vorgaben nach VDE ändern sich nicht so schnell, dass eine Dauerverbindung nötig wäre. Wer das anders sieht, verkauft Abhängigkeit als Feature.
Wer diese drei Punkte ernst nimmt, landet automatisch bei einem lokal installierten Desktop-Programm mit Fachmodulen und offenem Format. Genau dieser Ansatz steht hinter dem Werkzeug. Einen Überblick über die geplanten Gewerke-Module gibt die öffentliche Roadmap.
Ein konkreter Fall aus der Praxis
Nehmen wir einen typischen Kleinbetrieb: zwei Gesellen, ein Chef, Schwerpunkt Elektro mit gelegentlichen Tiefbau- und Ausbau-Aufträgen. So ein Betrieb plant im Jahr vielleicht 40 größere Projekte. Vorher lief das über ein Elektro-CAD-Abo für rund 60 Euro im Monat, plus einen separaten Möbelplaner, plus manuelle Skizzen für die Grabenführung.
Der Umstieg auf eine Mehrgewerke CAD verändert den Ablauf spürbar. Der Schaltplan entsteht mit der IEC-60617-Bibliothek in der Elektro-Fläche. Für denselben Auftrag braucht der Chef eine Aufmaß-Skizze für einen Einbauschrank im Technikraum. Statt ein zweites Programm zu öffnen, wechselt er auf die 2D-Zeichenfläche. Die Grabenplanung für die Zuleitung skizziert er mit denselben Werkzeugen. Alles in einer Umgebung, alles als DXF ablegbar.
Der Zeitgewinn liegt weniger im einzelnen Zeichnen als im Wegfall der Reibung. Kein Lizenz-Login zwischendurch, kein Export-Import-Pingpong, keine zweite Oberfläche im Kopf. Ich schätze den Effekt bei diesem Betriebstyp auf 15 bis 20 Prozent weniger Zeit für die reine Planungsarbeit. Bei 40 Projekten im Jahr ist das ein spürbarer Block.
Und die Kostenseite: statt laufender Abos steht eine einmalige Lizenz. Die Founding-Lizenz startet bei einmalig €99, die Team-Variante mit drei Plätzen liegt bei €197. Das ist einmal bezahlt, nicht jeden Monat. Wer will, kann die Preise ansehen und gegen sein aktuelles Abo rechnen.
Rechnet man das über drei Jahre, wird der Unterschied deutlich. Zwei Fach-Abos zu je 60 Euro summieren sich in 36 Monaten auf über 4.000 Euro. Eine Handvoll einmaliger Lizenzen liegt darunter, und danach fallen keine weiteren Kosten an. Für einen Betrieb, der ohnehin jeden Euro zweimal umdreht, ist das kein Detail, sondern ein Argument.
So fließen die Daten zwischen den Gewerken
Der Kern jeder Mehrgewerke CAD ist nicht die Zeichenfläche, sondern der Datenfluss. Ein Plan ist selten fertig, wenn er das Haus verlässt. Der Elektriker liefert an den Statiker, der Tiefbauer an die Gemeinde, der Schreiner an den Kunden. Damit das ohne Bruch läuft, muss ein offenes Format her.
DXF übernimmt diese Rolle. Es ist seit den 1980er-Jahren der Standard für den CAD-Austausch und wird von praktisch jedem Programm gelesen. In der Praxis heißt das: Ich zeichne einen Schaltplan in der Elektro-Fläche, exportiere ihn als DXF, und ein externes Büro öffnet ihn ohne Konvertierungsverlust. Umgekehrt lese ich Fremdpläne ein und baue darauf auf.
Wichtig ist die Verlustfreiheit in beide Richtungen. Ein DXF, das beim Reimport Layer verliert oder Bögen in Polylinien zerlegt, ist wertlos. Deshalb prüfe ich bei jedem Werkzeug zuerst den Roundtrip: exportieren, neu einlesen, vergleichen. Erst wenn das sauber läuft, taugt eine Mehrgewerke CAD für den echten Betrieb. Bei DIN- und VDE-konformen Plänen zählt jede Linie.
Ein Punkt zur Architektur, den ehrliche Anbieter nicht verschweigen sollten: die Elektro-Fläche und die 2D-Zeichenfläche sind bei Diaz Editor bewusst getrennte Umgebungen mit eigener Historie, keine einzige verschmolzene Datei. Der Austausch läuft über DXF, nicht über ein gemeinsames Modell. Das klingt zunächst nach einer Einschränkung, ist in der Praxis aber ein Vorteil. Eine Korpus-Änderung im Schreiner-Modul kann so niemals versehentlich einen Schaltplan beschädigen. Jede Fläche bleibt für sich stabil, und der DXF-Austausch bildet die saubere Naht dazwischen.
Ehrlicher Vergleich mit den Alternativen
Ich halte nichts von Schwarz-Weiß-Vergleichen, also der faire Blick auf die etablierten Programme. Jedes hat seine Berechtigung.
AutoCAD ist der Industriestandard und kann fast alles, kostet aber im Abo je nach Variante deutlich über 2.000 Euro pro Jahr und ist für einen Drei-Mann-Betrieb überdimensioniert. BricsCAD bietet ähnliche Tiefe zum Einmalpreis und ist eine gute Wahl für reine 2D/3D-Arbeit, bringt aber die gewerkespezifische Fachlogik nicht von Haus aus mit. SketchUp ist stark im architektonischen 3D-Entwurf, im technischen Schaltplan aber kein Werkzeug. Allplan und die Nemetschek-Familie zielen auf größere Planungsbüros und sind für den klassischen Handwerksbetrieb zu groß und zu teuer.
Die Lücke, die eine Mehrgewerke CAD wie dieser Ansatz füllt, liegt genau dazwischen: mehr Fachlogik als eine generische Zeichen-Engine, weniger Overhead und Kosten als eine Bürolösung, dazu ohne Abo und ohne Cloud-Zwang. Für einen Betrieb, der drei Gewerke abdeckt, aber keine sechsstellige Software-Bilanz führen will, ist das die pragmatische Mitte.
Ein Punkt zur Ehrlichkeit gehört dazu: Wer ausschließlich hochkomplexe BIM-Modelle für Großprojekte braucht, ist mit einer spezialisierten Bürolösung besser bedient. Eine Mehrgewerke CAD ist für den Handwerksalltag gebaut, nicht für den Generalplaner eines Krankenhauses. Diese Grenze nenne ich lieber vorab, als sie zu verschweigen.
Häufige Fragen
Was bedeutet Mehrgewerke CAD genau?
Mehrgewerke CAD bezeichnet ein Programm, das Zeichnungen für mehrere Handwerksgewerke in einer Umgebung ermöglicht, etwa Elektro, Tiefbau und Ausbau. Statt für jedes Gewerk ein eigenes Tool zu kaufen, arbeitet man mit einer Oberfläche und einem gemeinsamen Dateiformat wie DXF. Das spart Lizenzen, Schulung und den fehleranfälligen Datenaustausch zwischen getrennten Programmen.
Läuft die Software wirklich komplett offline?
Ja. Diaz Editor ist ein lokal installiertes Desktop-Programm auf Electron-Basis. Zeichnungen liegen als Dateien auf dem eigenen Rechner, nicht auf einem Server. Es gibt keinen Cloud-Zwang und kein Login, um die eigenen Pläne zu öffnen. Auf der Baustelle ohne Empfang oder im Keller ohne WLAN läuft die Arbeit ungestört weiter. Updates lädt man bei Bedarf, sie sind aber keine Voraussetzung zum Arbeiten.
Gibt es ein Abo oder zahle ich einmalig?
Die Kern-CAD ist eine einmalige Lifetime-Lizenz ohne monatliche Kosten. Die Einstiegslizenz beginnt bei einmalig €99, die Pro-Variante mit zehn Plätzen liegt bei €247. Nur die optionalen KI-Funktionen laufen als separates Monatsabo zwischen €9 und €29, und zwar getrennt von der Lizenz. Wer keine KI braucht, zahlt also wirklich nur einmal.
Kann ich meine bestehenden DXF-Dateien weiterverwenden?
Ja. DXF ist das zentrale Austauschformat und wird importiert wie exportiert. Zeichnungen aus AutoCAD, BricsCAD oder einem anderen CAD lassen sich einlesen und weiterbearbeiten. Umgekehrt geben Sie Ihre Pläne als DXF an externe Büros, Statiker oder Behörden weiter. So bleibt der Betrieb anschlussfähig, ohne von einem einzelnen Hersteller abhängig zu sein.
Für welche Betriebsgröße lohnt sich der Umstieg?
Am deutlichsten profitieren Ein-Mann-Betriebe und kleine Teams bis etwa zehn Personen, die mehr als ein Gewerk abdecken. Genau dort schlagen mehrere Abos und der Programmwechsel am stärksten zu Buche. Große Planungsbüros mit reinem BIM-Bedarf sind mit spezialisierten Lösungen oft besser bedient. Die geplanten Fachmodule für weitere Gewerke stehen in der öffentlichen Roadmap.
Ein Werkzeug statt drei
Der eigentliche Gewinn einer Mehrgewerke CAD ist nicht ein einzelnes glänzendes Feature. Es ist der Wegfall der täglichen Reibung: keine drei Logins, kein Export-Import-Pingpong, keine Cloud-Abhängigkeit auf der Baustelle, keine drei Rechnungen am Monatsende. Für einen Handwerksbetrieb, der Elektro, Tiefbau und Ausbau abdeckt, bedeutet ein Programm mit sauberer Fachlogik pro Gewerk und offenem DXF-Format schlicht mehr Zeit für die eigentliche Arbeit. Wer das 2026 selbst prüfen will, lädt sich das Programm offline herunter und testet es an einem echten Projekt: Diaz Editor herunterladen und mit dem ersten Plan starten.